Therapie und Behandlungskonzepte

Illegale Drogen

Missbrauch von illegalen Drogen mit resultierender Abhängigkeit ist vor allem bei jungen Menschen ein häufiges Problem. Sie haben erhebliche psychische und soziale Konsequenzen. Neben Antriebslosigkeit und Einengung des Denkens und Handelns auf den Konsum steht häufig der Verlust von Freunden und Interessen. Schulische und berufliche Probleme bis hin zu juristischen Folgen bei Beschaffungskriminalität, auch Schäden der Persönlichkeit bei zum Beispiel Prostitution, sind Erscheinungen, die das weitere Leben negativ beeinflussen. Darüber hinaus kann es auch zu körperlichen Erkrankungen bis hin zu Schlaganfällen und Todesfällen bei Heroin-, Kokain- und Ecstasykonsum oder zu suizidalen Krisen kommen.
Die Medizin geht heute von einem Ursachengeflecht von genetischen Faktoren, Bedingungen des Aufwachsens, Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen im Jugendalter und Veränderungen der Gehirntätigkeit (Stichwort „Suchtgedächtnis“) aus. In den letzten Jahren hat auch der Zusammenhang mit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) bis ins Erwachsenenalter und der Konsum von stimulierenden Drogen hinsichtlich der Ursachenforschung an Bedeutung gewonnen.

Akutbehandlung und Entgiftung

In der Klinik Königshof können alle Patienten mit Abhängigkeiten von illegalen Drogen aufgenommen und behandelt werden, bei denen eine stationäre psychiatrische Akutbehandlung oder Entgiftung erforderlich ist. Im Rahmen der Differenzierung der Stationen nach Schwerpunkten ist die Station St. Michael dem Schwerpunkt IIlegale Drogen zugeordnet. In Einzelfällen kann die Behandlung aber auch auf anderen Stationen durchgeführt werden.
Die Entgiftung erfolgt innerhalb von zwei bis drei Wochen als so genannter „warmer Entzug“ mit Einstellung auf ein Substitutionsmittel und schrittweiser Dosisverringerung. In der Regel wird eine substanzfreie Woche am Ende der Behandlung angestrebt.
Die Station Gabriel führt auch „Beikonsumentgiftungen“ von Alkohol und Drogen bei Patienten durch, die sich in einem ambulanten Substitutionsprogramm befinden. Begleitend werden Einzel- und Gruppengespräche, Ergotherapie und Sport angeboten.
Ziel der Entgiftungsbehandlung ist die Aufrechterhaltung der Drogenfreiheit durch Weiterführung der Therapie in ambulanter oder stationärer Rehabilitation. Zumindest soll vor der Entlassung eine Kontaktaufnahme zu Drogenberatungsstellen und Streetworkern erfolgen. Darüber hinaus kann auch die Vermittlung in eine Substitutionsambulanz erfolgen.

Die Mitarbeiter der Klinik Königshof beteiligen sich auch an Prävention und Aufklärung durch Vorträge und Maßnahmen im Schul- und Jugendbereich.

Alkohol- oder Medikamenten-Abhängigkeit

Missbrauch und Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten sind häufige, bei Männern sogar die häufigsten psychischen Störungen. Ursächlich spielen genetische und neurobiologische Faktoren (Stichwort „Suchtgedächtnis“) eine Rolle, daneben auch die Bedingungen des Aufwachsens und der aktuellen Lebenssituation sowie kritische Lebensereignisse. In den letzten Jahren ist auch der Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen, insbesondere Psychosen, Depressionen und Angststörungen unter der Bezeichnung „Doppeldiagnosen“ immer mehr in den Vordergrund gerückt.
In der Klinik Königshof können alle Patienten mit Abhängigkeiten von Alkohol oder Medikamenten aufgenommen und behandelt werden, bei denen eine stationäre psychiatrische Behandlung erforderlich ist. Je nach Erfordernis und Diagnose erfolgt die Aufnahme auf der geschützten Station oder auf einer der offenen Stationen.
Auf allen Stationen wird eine an aktuellen Behandlungsleitlinien ausgerichtete Therapie durchgeführt, die insbesondere eine qualifizierte Entgiftung, die Mitbehandlung körperlicher und weiterer psychischer Erkrankungen sowie Psychotherapie im Einzel- und Gruppenverfahren beinhaltet. Im pflegerischen Bereich wird das Konzept der Bezugspflege umgesetzt.
Da während der Behandlung oftmals Stationswechsel (geschützt-offen) erforderlich werden, befindet sich derzeit ein stationsübergreifendes Kompetenzteam im Aufbau. Es stellt ein gezieltes Gruppenangebot auf den jeweiligen Stationen und eine Kontinuität der Behandlung während des Klinikaufenthaltes sicher.
Behandlungsziel ist über die Konsumfreiheit hinaus die Überleitung in eine ambulante oder stationäre Rehabilitation (Entwöhnung) oder/und die Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen.

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